Realitätsnahe Ausbildung im Brandhaus in Lemgo

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Realitätsnahe Ausbildung im Brandhaus in Lemgo

2004 erbaut, das Brandhaus in Lemgo

Feuerwehr Kalletal trainiert mehrmals im Jahr den Ernstfall unter realistischen Bedingungen.

Für aktive Feuerwehrangehörige sind ständige Übungen unter möglichst realitätsnahen Bedingungen unumgänglich. Im Vordergrund solcher Übungsszenarien, sowie realen Einsätzen steht IMMER die Rettung von Menschenleben.

Üben für den Ernstfall!
eine der Gasbetriebenen BrandsimulationsstättenNicht jede Übung kann direkt im eigenen Ort vollzogen werden. Ganz besonders die Übungen unter erschwerten Bedingungen, wie unter starker Hitze sind nicht ohne weiteres durchzuführen.
Für uns im Kalletal bietet sich die nächste Möglichkeit einer solchen Ausbildung direkt in der Nachbarstadt Lemgo. Dort befindet sich nicht nur die Rettungsleitstelle des Kreises Lippe, bei deren Mitarbeitern die Kreisbezogenen Notrufe eingehen, sondern ebenfalls das Feuerwehrausbildungszentrum des Kreises Lippe (FAZ) in welchem Feuerwehrangehörige aus dem gesamten Kreis geschult und weiter gebildet werden.
In einem speziellem Gebäude, dem Brandhaus,welches bereits 2004 gebaut wurde, befindet sich eine der wenigen Brandsimulationsanlagen in NRW, in welchem eine so genannte „Heißausbildung“ mit Temperaturen bis über 500 C° ermöglicht wird.

Warum wird trainiert?
Um im Ernstfall innerhalb eines stark verrauchten Gebäudes überhaupt tätig zu werden, verfügen die geschuBSA Ausbilder mit Schutzausrüstunglten Einsatzkräfte über eine Atemschutzausrüstung welche sie von der Umgebungsluft unabhängig über eine Atemschutzmaske und der mitgeführten Pressluftflasche mit Sauerstoff versorgt. Alleine die Schutzkleidung zusammen mit den Pressluftatmern wiegt etwa 25Kg. Hinzu kommen natürlich die hohen Temperaturen sowie eine stark eingeschränkte Sichtweite durch eventuellen Brandrauch und natürlich durch die Atemschutzmaske selbst.

Trainiert werden „gespielte“ Szenarien um taktisches Vorgehen zu üben und Stressbedingte Fehler unter widrigen Bedingungen zu vermeiden.
Die Wärmegewöhnung ist ein wichtiger Bestandteil um ebenfalls auch die Grenzen der Schutzkleidung aufzeigen zu können. Ebenfalls wird verdeutlicht, welche verheerenden Auswirkungen falsche Löschtechniken haben, bei welchen es unter anderem zur übermäßigen Bildung von Wasserdampf kommen kann.

 

TSF-W, Löschgruppe Erder im Einsatz am FAZ

 „Safety First“ Sicherheit geht vor

Die Ausbildung im Brandhaus ist nicht wirklich ungefährlich und erfolgt daher unter größter Vorsicht. Ein Leitwart des Kreises Lippe überwacht die gesamte Übung von seinem Leitstand aus. Durch übertragende Bilder einer Wärmebildkamera kann er die arbeitenden Trupps innerhalb des Gebäude einsehen und gegebenenfalls die Übung abbrechen.

Des weiteren wird jeder Teilnehmer über einen angelegten Pulsgurt ständig kontrolliert. Sollte bei einer Person eine Überschreitung seiner eigenen Möglichkeiten festgestellt werden, wird die Übung umgehend abgebrochen – das Brandhaus wird binnen weniger Sekunden entraucht und gelüftet.

Ein Ausbilder (BSA Ausbilder) überwacht den Arbeitsablauf

Innerhalb diesem Gebäudes befinden sich verschiedene Räume wie etwa eine Küche oder auch eine Werkstatt in welchen über Gasbetriebene Brenner verschiedene Brandstellen/Brandarten, simuliert werden können. Erschwert werden die Übungen durch künstlich erzeugte Nebelschwarden um eine „Nullsicht“ hervorrufen zu können.

Wie sich jeder vorstellen kann, ist es nicht wirklich von Vorteil bei so hohen Temperaturen und eigentlich keiner Sichtweite überhaupt die Orientierung zu behalten, daher hat die Eigensicherung steht's Vorrang. Eine körperliche Fitness, sowie geistige Stärke ist für solche Einsätze und Übungen Grundvoraussetzung  um überhaupt teilnehmen zu dürfen.

Hierzu steht bereits im Vorfeld dieses Ausbildungsbereiches eine so genannte G26/3 Untersuchung durch einen Facharzt statt. Dieser überprüft bei jedem, ob dieser überhaupt über eine entsprechende körperliche Fitness und Voraussetzungen verfügt.
Bestätigt der Arzt eine nicht genügende Leistungsfähigkeit, darf eine solche Person zukünftig nicht mehr unter Atemschutz eingesetzt werden.

 

Gemeinsame Gruppenübung der Löschgruppen Erder und Bentorf am FAZ

Vorbereitungen zur Löschwasserversorgung

An einer solchen Übung nahmen erst kürzlich die Löschgruppen aus Erder und Bentorf in einer gemeinschaftlichen, einer Gruppenübung teil:

Nach der Ankunft der Teilnehmer, welche aus 10 Feuerwehrmännern und erfreulicherweise einer Feuerwehrfrau bestand, wurde ihnen erst am Brandhaus ihre bevorstehende Aufgabe durch die Brandhausausbilder J.Kütemeier und T.Kütemeier erklärt:

„Ein Zeitungsausträger kommt in aller Frühe auf seiner Tour an einem Haus vorbei, aus welchem bereits starker Rauch austritt. Er klingelt mehrmals, jedoch öffnet niemand. Ihm ist bewusst, dass sich in diesem Gebäude jedoch mindestens eine ältere Person befindet und setzt umgehend einen Notruf über die Telefonnummer 112 ab.“

Anweisungen durch den Gruppenführer

Von einem fiktiven Punkt aus beginnt nun die Gruppenübung mit Fahrzeug. Bis auf eine Alarmdepesche mit den nötigsten Angaben der Leitstelle hatten alle Probannten keinerlei Kenntnis vom Inhalt dieser Übung.

In Alarmfahrt (Blaulicht/Martinshorn) ging es nun zum vermeintlichen Gebäude. Der Gruppenführer erkundete nun das äußere des Gebäudes/Umfeldes um sich einen Überblick verschaffen zu können. Anschließend gab er seine Anweisungen an die weiteren Einsatzkräfte weiter.

Der Arbeitsplatz eines Maschinisten, das Fahrzeug

Atemschutzgeräteträger innhalb einer weiteren Übung

Während die Wasserversorgung aufgebaut wird, begibt sich der erste Trupp (Trupp = 2 Personen) unter Umluftunabhängigen Pressluftatmer bereits zum Gebäude um anschließend, durch einen weiteren Trupp als Sicherung, in das brennende Gebäude vor zu gehen. Als erstes wird nach vermissten Personen gesucht. Eventuelle Brandherde werden bereits während der Suche lokalisiert. Die Vermisste Person in Form einer Übungspuppe mit etwa 80Kg Gewicht wurde aufgefunden und umgehend aus dem Gebäude verbracht und zur Erstversorgung übergeben.
Erst Anschließend wird mit der eigentlichen Brandbekämpfung begonnen.

Der Angriffstrupp überprüft den Eingang zum Gebäude

Dieses Übung stellte jedoch nur eine, der noch zwei folgenden Übungen mit steigenden Anforderungen dar, wie etwa die Rettung einer Person über eine Steckleiter aus dem Obergeschoss.

 

Im Anschluss an einer solchen Übung findet stets eine Aussprache statt, innerhalb dieser jeder seine persönliche Ansicht zum erlebten hervorbringt.  Eventuelle Fehler oder Verbesserungen werden analysiert, auch um sich selbst verbessern zu können.

 

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